150 Jahre Schützenplatz in Damme

Wurden die ersten Schützenfeste noch in Holte auf einem angemieteten Platz gefeiert, so kaufte der Vorstand 1859 unweit des Osterberges in einer schönen Gegend bei Nordhofe für 180 Thaler den jetzigen Schützenplatz.
In seiner Festschrift (Seite 7) 1888 hat Dr. Böcker dies bereits eingehend gewürdigt. Der Platz hatte zu damaliger Zeit aber vermutlich noch keinen Baumbestand, denn in den späteren Jahren ist wiederholt von Anpflanzungen die Rede.

Lange war auch nicht bekannt, wer der der frühere Eigentümer des Schützenplatzgeländes war. Erst Nachforschungen im Nieders. Staatsarchiv, Oldenburg kamen zu dem Ergebnis:
"Aus dem Güterverzeichnis, den Vorläufern der Mutterrollen im Katasteramt, geht für das besagte Flurstück folgendes hervor: um 1840 z.Z. der ersten oldenburgischen Katastervermessung gehörte die Parzelle dem Erbkötter (= 1/3 Erben) Heinrich Kramer in Damme. 1858 wird sie von der Schützengesellschaft in Damme erworben. Es wird für diese ein neues Blatt eingerichtet."
1862 erfolgt eine Berichtigung der Katasterunterlagen. Die Schützengesellschaft wird als Eigentümer gestrichen und die Witwe des Chirurgen Dr. Nordhoff eingetragen." 1879 wiederrum wird dieses Blatt berichtigt und die Schützengesellschaft wieder als Eigentümer eingetragen.Dieses hin und her ist wie folgt zu erklären: Bei Ankauf des Geländes war Dr. Nordhoff Präsident der Schützengesellschaft. Da diese aber keine Coorporationsrechte besaß, wurde der Platz auf seinen Namen gekauft und eingetragen. Dr. Nordhoff verstarb schon 1 Jahr später. Die Witwe wurde sodann Eigentümerin. Erst nach Verleihung der Rechte einer juristischen Person 1879 wurde endgültig die Schützengesellschaft als Eigentümerin eingetragen.


1861
Die Festhallewird die Festhalle errichtet. In der Mitte wurde jeweils der Königstisch eingerichtet. Bei Wiederbegründung im Jahre 1961 mußte die Halle wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Sie stand also genau 100 Jahre.

1862 wird ein erster Schießstand angelegt. Dieser Schießstand ist gegen Ende des zweiten Weltkrieges eingeebnet worden. Im selben Jahr wird von ersten Anpflanzungen geschrieben. Bei diesen Anpflanzungen handelt es sich vorwiegend um Rotbuchen.
Einige davon stehen noch heute auf dem Schützenplatz und sind demnach beinahe 150 Jahre alt.

 

1886 wird auf dem Schützenplatz ein großes feststehendes Tanzzelt errichtet. Noch nach der Wiederbegründung im Jahre 1961 werden darin rauschende Feste gefeiert, bis es wegen Baufälligkeit 1972 abgerissen wird.


1919
wurde der Schützenplatz erstmalig vergrößert. Wörtlich aus dem Protokollbuch: " Gleich nach Beendigung des Krieges kaufte der Schützenvorstand die hinter dem Schützenplatz liegenden "Brabands Tannen" von Mählers Erben. Duch diesen Zukauf wurde das Schützengrundstück um 1,2302 ha größer, gesamte Größe: 2,1494 ha. Dieses Gelände ist auch bekannt als "Paulas Ruh".


Die Seufzer Allee1928
wurde der vor dem Schützenplatz gelegene sogenannte "Meyers Kalkkamp" vom Verein dazu gekauft. Das Vorstandsmitglied Meyer-Wessel schuf durch Anpflanzungen daraus die "Seufzerallee".

1930 wird ein zweiter Schießstand fertiggestellt. Auf zwei Bahnen konnte nun mit KK und Großkalibern geschossen werden.


1934/35 ließ der Schützenverein im großen Tanzzelt einen für damalige Zeiten sehr modernen Terrazzofußboden verlegen. Diese Arbeit war eine Spezialität italienischer Fachleute.

 Offenbar führte aber diese Investition zur Verschuldung des Vereins, so dass 1935 zugunsten der Spar- und Darlehenskasse Damme eine Grundschuld in Höhe von 10.00 Reichsmark eingetragen werden musste.

Da aber offenbar diese Grundschuld nicht abgetragen werden konnte, wurde der Schützenplatz am 6. Februar 1937 Eigentum der Gemeinde Damme. Diese übernahm die bestehenden Schulden. Dem Schützenverein wurde das Recht zugestanden, seine Schützenfeste in bisheriger Weise dort abzuhalten. Dieses für den Schützenverein besteht bis auf den heutigen Tag.


Von 1940 bis 1960 finden keine Schützenfeste wegen des 2. Weltkrieges statt. Während des Krieges werden auf dem Schützenplatz Vertriebene und Flüchtlinge untergebracht. Außerdem werden zwei Militärbaracken errichtet, die später ebenfalls der Flüchtlingsunterbringung dienten. Bis Ende der 50er Jahre waren Heimatvertriebene dort untergebracht. 1958 wurden die Baracken abgerissen.